Sonntag, 23. April 2017

Als wir unsterblich waren

Welttag des Buches am 23. April
- Blogger schenken Lesefreude -
Buchverlosung!

"Willkommen in West-Berlin" - als diese Worte damals in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1989 aus den Lautsprechern an den Grenzübergängen tönten, war ich gar nicht in der Stadt, sondern gerade in Kyoto/Japan und erlebte mein erstes Erdbeben (es war nicht so schlimm, nur wie wenn sehr schwere Panzer über Kopfsteinpflaster rasen; das Geschirr klapperte im Schrank, aber es ging nichts kaputt. Sozusagen ein "Soli-Beben" ...).

Charlotte Roth, Als wir unsterblich waren

Charlotte Roths Frauenroman „Als wir unsterblich waren“* lässt die Szenen der Berliner Maueröffnung in mir lebendig werden, obwohl ich gar nicht dabei war. Ebenso mitreißend schildert sie das Leben der Frauen- und Arbeiterrechts-Aktivistin Paula, die zwei Weltkriege er- und überlebt hat – und das der Ostberliner Studentin Alexandra, die sich in eben jener Nacht in einen Westberliner verliebt.

Auf fast 600 Seiten hat Charlotte Roth mich mitgenommen auf eine spannende Reise über drei Generationen hinweg, in die sie (u.a.) einen Teil ihrer eigenen Familiengeschichte eingearbeitet hat.

Das Buch entführt in die Zeit vor dem 1. Weltkrieg und begleitet die Protagonistin bis zum Ende der Teilung in Ost und West. Ich habe vieles über die Geschichte der Stadt und des Landes gelernt, die hier einmal aus der Perspektive einer engagierten Frau beleuchtet wird. Nicht ein Körnchen Langeweile!

Am Ende hatte ich alle Charaktere liebgewonnen, habe mit ihnen gelacht und geweint. Und wie das immer so ist bei klugen Büchern mit gut recherchiertem Hintergrund, die unter die Haut gehen und so anschaulich, so mitreißend geschrieben sind: Als ich den Buchdeckel ein letztes Mal zuklappte, war mir traurig zumute wie beim Abschied von sehr nahe stehenden Menschen.

Spannend fand ich aber nicht nur den Berliner Alltag der Menschen zu Beginn des vorigen Jahrhunderts, im ersten und zweiten Weltkrieg und in den Jahren dazwischen (vor allem die Ausflüge zum damals noch neuen Strandbad Wannsee: "Hier dürfen Familien Kaffee kochen" -  wecken sweet memories an eigenes Berlinerleben ... *hachz*!), sondern en passant auch die politische Geschichte der frühen SPD, die – gegründet im 19. Jahrhundert als echte Arbeiterpartei mit Träumen von einer gerechteren Welt im Kampf um bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen, (bekannte Namen August Bebel, Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg) – sich heutzutage in ihr scheinheiliges Gegenteil pervertiert hat und deren verfettete Führungspfosten man nicht mehr anschauen kann ohne Ekel, weil man genau weiß, daß die „das Volk“ nicht vertreten, sondern als Stimmvieh missbrauchen und dann für dumm verkaufen.

Und, neugierig geworden auf das Buch? Dann beantwortet mir doch (m)eine Frage:

Welche feministische oder politische Autorin 
hat euch besonders beeindruckt?

Wer das (einmal gelesene) Buch von Charlotte Roth gewinnen möchte, hinterlässt einfach unten (oder unter dem heutigen Post auf Facebook) einen Kommentar mit persönlicher Antwort und gültiger E-Mail-Adresse. Einsendeschluss ist Sonntag, 30. April 2017 um 23:59 Uhr.

JedeR ab 18 Jahren darf EINmal teilnehmen. „Mehrfachschummler“ werden konsequent disqualifiziert. Bei mehr als einer Teilnehmerin entscheidet das Los, und der oder die GewinnerIn wird ungefähr am Dienstag, 2. Mai 2017 per E-Mail benachrichtigt. Ich gebe keine Daten an Dritte weiter, versende das Buch nur innerhalb Deutschlands, leiste keinen Ersatz bei Versandverlust, zahle den Gewinn nicht in bar und schließe den Rechtsweg aus.

Viel Glück!


*PS.
Details zum Buch:
Knaur TB, 
Originalausgabe (2. Mai 2014)
576 Seiten
ISBN  978-3426512067
9,99 Euro, Kindle 7,99 Euro

Kommentare :

  1. Hallöchen!

    Die Frage kann ich sehr einfach benatworten. Ich habe das Buch von Hillary Rodmen Clinton - Gelebte Geschichte gelesen und es hat mich sehr, sehr beeindruckt. Ihc habe es insgesamt 2 mal gelesen und das ist wirklich selten bei mir. Ich werde mir auch ihr 2. Buch noch holen und lesen.

    LG Anne

    annekruggel@yahoo.de

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  2. Huhu,

    fröhlichen Welttag des Buches! Ich nehme nicht am Gewinnspiel teil, möchte die Frage aber trotzdem beantworten.
    Mich hat Natasha Walter sehr beeindruckt. Ihr Buch "Living Dolls" hat mein feministisches Bewusstsein nachhaltig geprägt und ich kann es nur von ganzem Herzen empfehlen. :)

    Gewinnspiel zum Welttag des Buches auf dem wortmagieblog
    Viele liebe Grüße,
    Elli

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    1. Hi Elli, vielen Dank für den Tipp und den Hinweis auf dein "Suchsel" zum Welttag des Buches. Da hast du dir viel Arbeit gemacht. Wenn ich die Zeit finde, werde ich mich beteiligen ;-)
      Liebe Grüße!

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  3. Hallo,
    ich mache hier unheimlich gern mit, da ich diese Art von Büchern unglaublich gern lese.
    Zur Frage: Ich bin beeindruckt von Bascha Mika, gerade, weil sie auch zeigt, dass auch Frauen Schuld an der Geschlechterrolle haben können.
    Liebe Grüße,
    Anika
    info[at]jenseitsvoneden.de

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  4. Mir fällt da Sofi Oksanen ein. Ich finde sie angenehm feministisch - sie fasst wichtige aktuelle Themen auf ohne dabei anstrengend zu sein.
    Euch allen noch einen schönen Welttag des Buches!

    Wie kann ich hier meine E-Mail angeben ohne dass sie für alle sichtbar ist?? Schade, bin wohl raus ��

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    1. LiebeR Anonym, vielleicht schaust du ja hier noch einmal vorbei?
      In der rechten Spalte gibt es ein Kontaktformular. Es ist okay, wenn du mir deine E-Mail-Adresse dort mitteilst (innerhalb der Mitmachfrist und unter Bezug auf deinen Kommentar) - das sieht dann außer mir niemand.
      Viel Glück!

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  5. Auch, ohne an der Verlosung teilnehmen zu wollen: Ich war vor kurzem völlig fasziniert von Lou Andreas-Salomé (Kerstin Decker: Der bittersüße Funke Ich), die mit den bedeutendsten Geistesgrößen ihrer Zeit zu tun hatte: Nietzsche, Rilke, Freud etc. (und ihnen allen heftigst den Kopf verdreht hat) - und sie rechts und links am Weg hat liegenlassen und unglaublich eigenständig und unabhängig ihren Weg gegangen ist. 2016 erschien auch ein Film über sie, den ich aber noch nicht gesehen habe.

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    1. Liebe Speybridge, vielen Dank für deinen Tipp! Die von Salomé hat mich schon immer begeistert ... Ich behalte es im Auge, falls der Film mal in meine Nähe kommt. Liebe Grüße!

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  6. Hallo,

    ich muss leider gestehen, dass mir auf die Frage so spontan gar keine Autorin einfällt... das vorgestellte Buch klingt aber auf jeden Fall sehr spannend und ich würde gerne mein Glück versuchen :)

    LG (Tiffi20001@gmx.de)

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  7. Ich bin großer Fan von Marilyn French, die bereits in den 70er Jahren tolle feministische Romane herausgebracht hat. Mein absolutes Lieblingsbuch ist ihr Roman "Frauen". Leider lebt sie nicht mehr, aber ihre Werke haben bleibeden Eindruck bei mir hinterlassen.

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  8. Ich mag Elfriede Hammerl, die Autorin ist und kluge Artikel im österreichischen Magazin "Profil" schreibt.
    LG Gabriela
    grilusova@centrum.sk

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  9. Ich mag Sebastian Fitzek , mein Lieblingsautor

    dennoch würde ich auch gerne mal einen anderen Schreibstil lesen

    jennybieber61(at)yahoo.de

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  10. Alice Schwarzer, einfach genial. Tadelt andere und ist selber nicht besser.

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  11. Wow, da versuch ich gerne mein Glück. Ich mag ua. Sebastian Fitzek.

    Liebe Grüße
    Claudia
    testmaus84@gmail.com

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  12. Dallo ich danke Dir würd mich freuen
    eine schöne >Z Zeit
    stefan

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  13. Aktuell fällt mir da "Bitterfotze" von Maria Sveland ein, weil ich dieses "Bitterfotzige", was manche Frauen so untereinander verbreiten, auch kenne. Auch hat es mich sehr gewundert, dass im Feminismus-Wunderland Schweden auch noch nicht alles so in trockenen Tüchern ist, wie man es vielleicht glaubt.
    Dein Buch klingt mehr als interessant, ich würde mich maßlos darüber freuen!
    LG
    Sabienes

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  14. Juliet Mitchell, ich mag sie sehr!
    bianka-t(at)freenet.de

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  15. Simone de Beauvoir, ich habe ihre Memoiren "Tochter aus gutem Hause" mehrmals "verschlungen".Ein beneidenswertes Leben.
    evelinewa@t-online.de

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